Denken Sie, dass das Rauchen aufhören lediglich eine Frage des Willens ist? Und dass man es, sofern man es dann wirklich will, einfach lassen kann?

Im Umkehrschluss bedeutet es ja dann, dass alle jene, die es eben nicht so leicht schaffen mit der Raucherentwöhnung, willensschwach sind. Also auch mit einem charakterlichen Mangel behaftet.

Ich empfinde diese Einstellung problematisch. Denn sie verbindet stets mit dem Rauchen eine charakterliche Stärke oder Schwäche. Dabei ist doch klar, dass es jede Menge gefestigte Menschen gibt, die rauchen – und trotzdem nicht mal einfach so damit aufhören können. Oder wollen.

Rauchen ist eine Sucht.

Der Weg, davon frei zu werden, ist sehr individuell. Manchmal ist er überraschend einfach und manchmal ist er wirklich schwer.

Das Rauchen aufhören bedarf einer Entscheidung. Und es bedarf einer Haltung.

Hier eine kurze Geschichte dazu:

Eine Frau meldete sich zur Raucherentwöhnung an. Schon am Telefon sagt sie:

„Eigentlich will ich nicht aufhören, aber ich muss. Ich bin nämlich krank, habe COPD und bekomme immer weniger Luft. Und im Grunde genommen bin ich die Raucherei auch richtiggehend satt. Können Sie mir bitte helfen?“

„Ja, ist meine Antwort. Gerne stelle ich Ihnen mein ganzes Wissen zur Verfügung und werde dazu beitragen können, Ihre Motivation zu festigen. Ich unterstütze jede und jeden sehr gerne, der von der Zigarette wegkommen will, die Entscheidung aber, die bringen Sie mit.“

Es wurden – wie eigentlich immer – zwei intensive Stunden, in denen wir genau die Fallstricke durchgingen, die hier gelegt sein könnten. Wir sammelten Motivation, Befürchtungen und die schönen Erwartungen, die mit dem Rauchstopp einhergehen. Wir besprachen auch, wie sehr es in Einzelfällen wichtig sein kann, mit dieser Entscheidung eine Weile in Arbeit zu bleiben. Der Weg kann mitunter auch anstrengend sein, mit der entsprechenden Haltung aber auch immens interessant und lehrreich. Bei aller Unterstützung weiss man vorher nicht, wie sich die Zeit „danach“ gestaltet. Wir strickten ein echtes Kraftpaket und am Ende der Behandlung ging die Frau mit gutem Mut nachhause.

Soweit, so gut.

Vier Wochen später erhielt ich einen Anruf von dieser Frau. Dass sie sehr enttäuscht von mir sei. Dass sie seit einiger Zeit wieder eine Zigarette am Tag raucht. Dass sie sich sehr quält. Ein schlechtes Gewissen hat. Dass sie sich mehr erwartet hatte, nämlich, dass sie endlich nicht mehr an Zigaretten denken würde und keinerlei Gier danach verspürte. Letztlich befand sie mich dafür verantwortlich dass sie versagt hatte.

Tja.

Was soll ich sagen?

Es braucht diese Dinge: Die Entscheidung. Und die Haltung. Und dann schon auch einen Willen, der aber mit Charakterstärke oder -Schwäche nichts zu tun hat. Den Willen nämlich, der eigenen Entscheidung treu zu bleiben. Der getroffenen Entscheidung in die Welt zu helfen. Sie zu realisieren, in jedem Moment, im Alltag, bei Tag und bei Nacht, in der Entspannung und im Alltagsstress.

Kein Mensch dieser Welt kann Ihnen die Lust auf Zigaretten einfach „wegmachen“. Es gibt keinen Zauberspruch, der Sie von einer Sucht einfach mal so befreit. Etwa achtzig Prozent aller Rauchentwöhner, die in meine Praxis kommen, schaffen es, dauerhaft rauchfrei zu bleiben. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie Ihre Entscheidung in die eigene Verantwortung nehmen, und dran bleiben. Auch wenn es in der ersten Zeit harte Momente mit sich bringen mag. Vielleicht gehen wir dann nochmals ins Gespräch. „Bevor Sie wieder eine Zigarette rauchen, rufen Sie mich an“ sage ich jedem und jeder Betroffenen, die zu mir kommen. Dieses Angebot meine ich ernst, manchmal wird es angenommen (und hilft dann in der Regel), manchmal wird es nicht nötig, und manchmal vergessen es meine Patient*innen.

Der Rauchstopp kann der Beginn einer Reise in ein wirklich anderes Leben sein. Denn es hat ja Gründe, warum jemand raucht und warum sie oder er genau zu diesem Zeitpunkt aufhören will. In den fünf Minuten, die das Verlangen nach einer Zigarette währt, kann sich innerlich immens viel abspielen. Es können Konflikte auftauchen, längst vergangen geglaubte Geschichten, die immer noch brodeln. Es kann sich Unruhe und Unmut breit machen. Aber warum denn nicht mit genau diesen Dingen dann in Arbeit gehen? Wann, wenn nicht jetzt?

Wenn der Pelz gewaschen werden soll, muss man ihn auch nass machen…

Es liegt eine ungeheure Chance darin, das Rauchen aufzugeben. Das Leben wird schöner, angenehmer, entspannter und freier sein.

Sie werden spüren, wenn es an der Zeit ist. Und dann: nur Mut. Nehmen Sie es in die Hand. Vielleicht schaffen Sie es alleine, vielleicht suchen Sie Unterstützung. Und dann bin ich gerne für Sie da. Nicht im Sinne der Zauberei. Aber mit viel Erfahrung, Inspiration und Köpfchen.

Rufen Sie mich doch einfach an: 0681/97 05 95 94