Histaminintoleranz: Ihre Infos für einen gesunden Bauch

Histaminintoleranz,

Histaminunverträglichkeit, Histaminose…

sind Worte, die immer wieder in Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu finden sind. Vorweg: Nur etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung leidet darunter (wobei es möglicherweise eine beträchtliche Dunkelziffer gibt) und es sind vor allem Frauen betroffen.

Worum geht es bei der Histaminintoleranz (HIT)?

  • Darum, dass Ihr Körper Histamin nicht richtig abbauen kann – aus Gründen, auf die wir noch zu sprechen kommen. Histamin ist in größerer Menge in Lebensmitteln enthalten die gereift, fermentiert, gelagert sind. Zum Beispiel ein alter leckerer Käse, ein geräucherter Schinken oder Fisch,Tomatenketchup, Sojasauce, Sauerkraut, Nüsse, Rotwein. UND es gibt auch Lebensmittel, die Histamin in den Körperzellen vermehrt freisetzen und von daher Probleme bereiten. Hier erwähne ich Erdbeeren und Schokolade.
  • Hier: in dieser Lebensmitteltabelle Histaminose finden Sie aufschlussreiche und umfassende Information.

 

Und all diese Leckereien sollen ab jetzt für Sie tabu sein?  – Na. Lassen Sie uns Schritt für Schritt schauen:

 

Was hat es denn damit auf sich?

Histamin wird in der Regel im Dünndarm von einem Enzym namens Diaminoxidase abgebaut. Bei manchen Menschen produziert aber der Körper zu wenig Diaminoxidase (DAO) oder das Enzym an sich ist zu wenig aktiv. Auch in der Leber gibt es ein Enzym das beim Histaminabbau hilft, vor allem beim innerzellulären Histaminabbau: die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT).

  • Es kann also sein, dass Sie einen Mangel von DAO haben.
  • Oder es kann sein, dass Ihr Darm durch eine Erkrankung der Dünndarmschleimhaut (z. B. eines Morbus Crohn) nicht in der Lage ist, DAO zu bilden oder das DAO kann nicht aktiv genug werden.
  • Oder Sie haben eine Dysbalance in der Darmflora und diejenigen Darmbakterien, die Histaminbildner sind, sind in einem Übermaß vorhanden.
  • Es kann auch eine durchlässige Darmschleimhaut beteiligt sein.
  • Ein Vitamin B-6 Mangel spielt eine Rolle und ist zu überprüfen,
  • Ebenso kann eine Histaminose hormonell (prämenstruell) beeinflusst sein.
  • Stress spielt in der Regel ebenfalls eine Rolle – Im Stressmodus kann der Körper im Grunde genommen sowieso nicht wirklich seine Verdauungsarbeit leisten. Stress (auch und vor allem der chronische) ist von daher oft ein Trigger den Sie nicht unterschätzen sollten.

 

Wie Sie eine Histaminintoleranz spüren?

Meist relativ schnell (spätestens vier Stunden) nach Aufnahme histaminreicher Lebensmittel, bzw. chronisch wenn Sie viel Histaminreiches essen:

  • Gesichtsröte und -Hitze, laufende oder verstopfte Nase, Juckreiz am Körper. Nesselsucht. Atemnot.
  • Magen- Darm- Unterleibskrämpfe. Durchfall eher als Verstopfung. Bauchschmerzen. Übelkeit. Erbrechen. Blähungen.
  • KOPFSCHMERZEN.
  • Menstruationsbeschwerden.
  • Blutdruckabfall, Schwindel, Herzrhythmusstörungen (sehr selten)

Dies ist eine umfangreiche Auflistung. Die Symptome sind daher so unterschiedlich, weil Histamin verschiedene sinnvolle Wirkweisen im Körper hat:

  • es erweitert die peripheren Blutgefäße (Arme, Beine, Gesicht) und verengt die zentralen Blutgefäße (Herz und Hirn). Ebenso führt es zu Kontaktionen der Gebärmutter und des Darms. Die Atemwege ziehen sich zusammen. Es ist an der Reglierung der Temperatur beteiligt und am Schlaf-Wach-Rhythmus ebenso wie bei der Ausschüttung bestimmter Hormone. Das Histamin spielt auch eine Rolle bei „echten“ Allergien: Heuschnupfen, Hausstaub und andere.

 

Wie ich Sie in meiner Praxis unterstütze:

Zunächst einmal geht es um sorgfältige Anamnese. Wann genau treten Ihre Beschwerden auf? Wie stark? Eventuell rege ich an, ein Ess-Tagebuch zu führen. Es kann sich auch um eine andere Lebensmittelunverträglichkeit handeln oder um eine Darmerkrankung. Wir können den Histaminspiegel im Blut bestimmen und die Aktivität der histaminabbauenden Enzyme. Auch im Stuhl und Urin finden sich diagnostische Anzeichen. Oft gibt eine umfassende Stuhldiagnostik erste ernstzunehmende Hinweise.

Und dann gibt es einen 3-Stufen-Plan:

  • Karenz histaminreicher und histaminfreisetzender Lebensmittel
  • Hinzufügen und Austesten einzelner Lebensmittel
  • Ernähungsumstellung und „gewusst wie und was“

Begleitet werden sollte all dies mit einer Darmsanierung und einer Kur zur Regeneration der Darmschleimhaut. Nach meiner Erfahrung ist nach einer Darmsanierung oft schon „die Kuh vom Eis“. Dies ist eine so zentrale Maßnahme und bei allem, was wir an Unverträglichkeiten und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt haben können ausgesprochen nützlich.

Aufpassen sollten Sie in jedem Fall mit der Einnahme von Probiotika! Ja – sie sind eben nicht immer und bei allen Menschen gleich nützlich. Menschen mit Histaminintoleranz brauchen ganz bestimmte Probiotika die speziell zusammengesetzt sind und nicht noch mehr histaminbildende Strukturen enthalten. DAS gehört in jedem Fall in die Hand einer Fachfrau.

Und hier zum Abschluss noch eine Information zur Ernährung bei Histaminintoleranz:

Ernährung bei Histaminose

Und natürlich bin ich gerne in meiner Praxis für Sie da! Rufen Sie gerne an: 0681/97 05 95 94

P.S. – ich habe weitere Artikel über Laktose- und Fruktoseintoleranz in meinem Blog eingestellt. Wenn Sie mögen, dann lesen Sie weiter:

http://hydrocolon-saar.de/wenn-sie-keine-laktose-vertragen/

 

 

 

 

 

Von | 2018-12-14T21:25:14+00:00 3. Oktober 2016|Kategorien: Allgemein, Darm|0 Kommentare

Über die Autorin: