Nikotinentzug – und wie Sie damit umgehen können

 

Nikotinentzug?

Wie sieht’s aus? Haben Sie Angst vor dem Entzug wenn Sie aufhören zu rauchen? Befürchten Sie dass es richtig hart werden wird und dass Sie am Ende doch wieder anfangen mit den Zigaretten? Oder wollen Sie auf keinen Fall zunehmen und rauchen lieber damit dies nicht passiert? Haben Sie schon mal mit dem Rauchen Schluss gemacht und es nicht geschafft… – jetzt wollen Sie nicht wieder versagen?

Ich kann Sie gut verstehen.

Und: dies sind – mit Verlaub – alles keine guten Gründe für’s rauchen.

Vielleicht hilft ja ein wenig Klarheit im Dschungel:

Der Nikotinentzug findet auf der körperlichen und auf der psychischen Ebene statt.

Nikotin ist ein schnell wirkendes Nervengift, das in dem Moment des Rauchens eine Leistungssteigerung, eine Entspannung, ein Mehr an Konzentration vorgaugelt. Doch die Wirkung verpufft schnell, – in der Regel wird man nach etwa zwanzig Minuten wieder unruhig. Im Prinzip ist ein Raucher eben ständig auf „Turkey“. Wenn Sie nun aufhören zu rauchen dauert der körperliche Entzug ungefähr zehn Tage. Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Erkältung. Auch da ist einem so manches zuviel und man ist nicht wirklich „gut drauf“. Aber auch eine Erkältung geht vorbei. Ein Nikotinentzug kann folgende Symptome haben:

  • Unruhe, Nervosität und Gereiztheit
  • Konzentrationsschwäche
  • emotionale Schwäche bis hin zur depressiven Verstimmung
  • Hunger

Ich halte nichts von Nikotinpflastern, die immer noch eine bestimmte Menge des Gifts an den Körper abgeben und dadurch den Tiger am Laufen halten. Die Rauchfrei-Spritze, die meine Patienten zum Abschluss der Therapie bekommen, funktioniert anders. Hier werden Substanzen verabreicht, die sich positiv-regulierend auf das Suchtempfinden auswirken. Einige meiner Patienten berichteten mir, dass sie keinerlei Entzugserscheinungen hatten, andere empfanden sie als sehr moderat. Wenn die Unruhe kommt helfen frische Luft, Bewegung, Musik. Und manchmal Kaugummi.

Das Andere ist die psychische Seite: Durchs rauchen werden im Körper Adrenalin, Dopamin und Serotonin freigesetzt. So wirkt Nikotin sowohl auf den Körper (durch’s Adrenalin) als auch auf die Seele. Serotonin lässt uns ein behagliches Gefühl erleben. Es ist wie eine Belohnung. So lange eben wie der Spiegel der Botenstoffe erhöht ist. Die Rezeptoren reagieren allerdings recht schnell nicht mehr so gut und so brauchen wir mehr Nikotin um uns gut zu fühlen. Es bilden sich auch neue Rezeptoren und so steigt unser Bedarf in der Regel so lange an bis wir alle zwanzig Minuten eine Zigarette brauchen um uns wohl zu fühlen.

In der Therapie geht es – im Gegensatz zur Spritze – um die langfristige Wirkung. Darum, dass Sie in der Lage sind, Ihre Stimmungsschwankungen einzuordnen und auch im Alltag Ihre Suchtgewohnheiten zu durchschauen und Lösungen dafür zu finden. Zu entdecken, dass Sie ohne Zigarette wunderbar entspannt, konzentriert, ruhig und satt sein können.

Man darf nicht vergessen, dass der Körper und die Seele durch den Rauchentzug in einen neuartigen Prozess geraten. Der Stoffwechsel muss sich umstellen. Es ist hilfreich in dieser Phase gut auf die Ernährung zu achten. Ebenso wie es wichtig werden kann den emotionalen Haushalt neu zu ordnen. Über all diese Dinge sprechen wir. Ich kenne das alles und kann mich noch gut an meine erste Phase als Nichtraucherin erinnern. Sie war nicht leicht. Sie war spannend und überaus interessant. Bewegt und sehr klärend.

Sie dürfen sich gerne belohnen – natürlich nicht mit Zigaretten und auch nicht mit Süßem – da dürfen Sie erfinderisch werden. Die größte Belohnung ist die Freiheit. Das Gefühl, nicht mehr an dieser Sucht zu hängen. Wirklich großartig. Und die schenken Sie sich selbst, einfach durch’s rauchen aufhören.

Für alles weitere rufen Sie mich gerne an: 0681/97 05 95 94

Von | 2018-01-06T12:04:47+00:00 5. Januar 2016|Kategorien: Raucherentwöhnung|0 Kommentare

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