Zuckersteuer – ein Weg zu mehr Volksgesundheit?

Ja, es stimmt natürlich schon: Unser Zuckerkonsum ist deutlich zu hoch. Vor allem der versteckte Zucker in fast-food, softdrinks, fertigem Essen aus Dosen, Schachteln und sonstigen Abpackungen macht unserem Körper zu schaffen. Wir sehen es ja auch wenn wir mit offenen Augen durch die Welt gehen: die Menschen – vor allem die Kinder  – scheinen immer dicker zu werden. Und wenn wir uns anschauen, was so alles bei Lidl, Aldi, Edeka & Co aufs Band gepackt wird – ehrlich: mir grauts oft davor.

Der Bösewicht ist ausgemacht: Zucker. Und nun soll es eine Zuckersteuer richten.

Die Kurzsichtigkeit dieses Ansatzes macht mich nahezu sprachlos.

Stellen wir uns einmal vor, was geschähe, wenn die Zuckersteuer denn käme:

Flugs wären die Lebensmittelhersteller dabei, den relativ teuren Zucker zu ersetzen. Und zwar durch alle möglichen Ersatzstoffe – allen voran: Glucose-Fructose Sirup. Sogar eine noch kostengünstigere Lösung. Und was dann geschieht?

Wir werden noch dicker.

Warum?

Zucker wird in unserem Körper über die Bauchspeicheldrüse verstoffwechselt. Ein dauerhaftes „Zuviel des Guten“ birgt unter anderem die Gefahr, dass unser Insulinspiegel aus dem Lot gerät und sich eine Zuckererkrankung entwickelt, Diabetes. Früher nannten die alten Leute den Diabetes übrigens Zuckersucht. Wass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr verarbeiten kann wird zur Leber geschickt und hier wird dieses „Zuviel“ dann irgendwann gespeichert und für schlechte Zeiten in Fett umgewandelt.

Glucose-Frucose-Sirup wird direkt über die Leber verstoffwechselt. Bei einem hohen Konsum von Glucose-Fructose wird sie über Gebühr belastet. Unsere Leber ist ein unglaublich fleissiges Organ. Tag-täglich arbeitet sie für uns um uns fit zu halten, Stoffe zu verwerten, auszusortieren, eigene Stoffe herzustellen. Sie hat eine so große Vielfalt an Aufgaben und wenn sie nicht mehr kann, dann werden wir müde. Müdigkeit ist der Schmerz der Leber, so sagt man.

Wenn jetzt z.B. jemand tagsüber ordentlich viel Softdrinks zu sich nimmt, dazwischen mal einen Fruchtsaft, dann mal Gummibärchen und als Notlösung in der Mittagspause noch eine Currywurst mit viel Soße um anschließend sich mit einem Energydrink wachzuhalten, dann kommt da schon einiges an Leberbelastung zusammen. Alles überflüssige wird die Leber dann in Fett umwandeln.

Sie glauben, diese Aufzählung sei Utopie? Mitnichten. Eher ist dies die Norm als ein Ernährungsverhalten, das sich an „gesund und frisch“ orientieren würde. Und ja: die Zahl derjenigen Mitbürger, die eine nicht-alkoholische Fettleber haben, steigt.

Wir werden durch eine Maßnahme wie die Zuckersteuer genau das Gegenteil erreichen: wir werden immer dicker. Schon geschehen und gut zu sehen in den USA und Mexico wo vor Jahren schon im Zuge einer „low-fat“ Kampagne der Anteil von Glucose-Fructose in Lebensmitteln drastisch angehoben wurde.

Der Lösungsansatz ist in meinen Augen klar:

Was den Zucker angeht, so nehmen Sie einfach weniger und eventuell braunen Zucker. Sie können beim Backen den Zuckeranteil gut und gerne um die Hälfte herabsetzen. Unser Bedürfnis nach „Süß“ ist oft schlicht Gewohnheit. Und es gibt auch gesunde Alternativen zu Zucker: Xylith, Kokosblütenzucker, Stevia.

Abgesehen davon: nicht eine Zuckersteuer, sondern eine gesunde Ernährung macht uns gesünder und hält das Hüftgold überschaubar. Gut und sinnvoll wären in diesem Zusammenhang deutlich mehr Aufklärung und das Schaffen von wirklichen Lösungen. Ernährungsschule, Trainings für Mütter und Kinder und letztlich auch ein größeres Bewusstsein darüber, was unser Körper und auch unsere Psyche brauchen um leistungsfähig und vital zu bleiben.

 

Von | 2018-05-14T13:21:52+00:00 14. Mai 2018|Kategorien: Abnehmen|0 Kommentare

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